Regularien

Die Knechte und Mägde des Prinzenkellers begrüßen Sie in unseren jahrhundertealten Gemäuern, wo seit 1466 getafelt wird.

Auf bürgerliche Art im Mittelalter war es Sitte, Damen und Herren als "Mannsbilder" und "Weibsbilder" zu bezeichnen. Vor dem Essen war es üblich, da nur mit den 10 Fingern und dem Dolch gegessen wurde, sich säuberlich die Hände zu waschen. Die Mägde hielten Schmierseife, temperiertes Wasser und Tücher zum trocknen bereit.

Man trank sich zu und nicht still vor sich hin. Es galt damals nur der Trinkspruch "Auf die Gesundheit" oder "Gesundheit" der vom Tischnachbar erwidert wurde.

Es war Sitte, dass die Mannsbilder allein zechten, saßen doch mal Weibsbilder mit am Tisch, so war es eine Selbstverständlichkeit, dass sie die Mannsbilder bedienten und besorgten!!!

Sollten doch einmal die Weibsbilder von den Knechten und Mägden des Prinzenkellers die Speise zuerst in die Hände bekommen, dann nur deshalb, damit sie die schönsten und größten Stücke für die Mannsbilder heraussuchen sollten.

Nicht normal war es, seine Nachbarn zu stoßen und zu bedrängen, aber ihm die saftigsten Stücke wegzustibitzen und seinen Wein auszusaufen war erlaubt.

Der Dolch war das Hauptessensinstrument, der als Messer, aber auch als Gabel benutzt wurde. Er konnte ungeniert zum Munde geführt oder auch als Zahnstocher benutzt werden. Den Dolch zum Brotschneiden zu benutzen, galt als stillos, denn Brot wurde nur mit beiden Händen gebrochen und mit den Gästen in Freude geteilt.

Ein guter Gast warf nie mit dem Essen oder stach das Messer in die Tischplatte. Wer das tat, suchte Streit. Gute Tischsitte war es außerdem, einen Essenrest für die Bedürftigen und Armen liegen zulassen. Brot aber nicht!
Wer vergaß einen Rest auf dem Tisch liegen zulassen, musste die Magd oder den Knecht auf den Hals küssen.

Wenn der Dolch nicht zu gebrauchen war, wie beim Suppe essen, nahm man die Schüssel in beide Hände und schlürfte sie aus. Sollten Sie doch etwas trotz heftigsten Schlürfens nicht aus der Schüssel bekommen, so holen Sie es doch mit den Fingern heraus.

Nicht immer konnte so fröhlich und ausgiebig getafelt werden. Kriege, schlechte Ernten oder hohe Abgaben strenger Herren brachten oft Hunger und Not. Man schätzte das Mahl als Gabe Gottes und nahm es dankbar auf.

P.S. Es galt als höchst unfein, Dolche und Kuhhörner einfach einzustecken. Wer das tut, bekommt großen Ärger mit den Knechten und Mägden des Prinzenkellers!!!